Montag, 7. Februar 2011

DREI Nummer 942

Es wird Zeit, ein bisschen stärker auf das Wolken-Projekt hinzuweisen. Also innerhalb der Gedichte des Tages hat es Ursula Gressmann sozusagen "angestoßen". Bei ihr hießen die Gedichte "Wolkenlieder" und hatten allesamt einen sehr lyrischen Touch. Auf das vierte hatte ich schon verwiesen; nun sind die anderen dran - rückwärts gezählt.
Ahnt man eigentlich schon, wie der Fortsetzungsroman ausgehen könnte? Viele Folgen sind ja nicht mehr übrig und es steht nun die Frage, ob und - wenn ja - wie die "Kalmare" auf de Erde oder ihrer zukünftigen Heimat ankommen:

Sonntag, 6. Februar 2011

DREI Nummer 941

Die Verführung war zu groß. Also auch heute die Gedichte des Tages von morgen, diesmal aber ergänzt durch den Fortsetzungsroman:
An Mircea M. POPs „Sehsymphonie“ habe ich mindestens eines zu beanstanden: Ich hätte an seiner Stelle eher behauptet, „... in den Augen der Erinnerung ist alles Damals … (bunt oder schön oder neu oder oder …) NUR NICHT „wie damals“.
Ich schwebe diesmal auf „Wolke 4“ - mal sehen, welche Ideen tragfähig bleiben.
Am 7.2.2008 schickte ich mein wohl umstrittenstes Gedicht ins Rennen: Entschuldigung Durch den FAK-Leiter bedingungslos ausgebuht, so könne man heute nicht mehr dichten, das ist mit Gottfried Bürgers Zeiten passè, ich könne mich damit nur blamieren, wurde es zugleich das am häufigsten angeklickte Gedicht überhaupt. Da am selben Tag auch Michael Feindlers Goethe-Modernisierung Der Zauberlehrling vorgestellt wurde, war das ein zumindest interessanter Tag ...

Samstag, 5. Februar 2011

DREI Nummer 940

Heute ausnahmsweise ohne irgendeinen Grund die absolut nicht besondere Nummer 1148 der Gedichte des Tages, also die Ausgabe von morgen:

Heute also drei Richtungen:
Richtung Wolken bin ich diesmal bei (Test)-“Wolke 5“. Der Countdown läuft also weiter.
Richtung Gast: Diesmal Mircea M. Pop mit „In dieser Nacht“.
Richtung Vergangenheit: Am 6.2.2008 stand Höhenflug auf der Vorstellungsliste – ein Gedicht, das inzwischen in „worträume“ veröffentlicht worden ist, aber an dem Tag erinnerte ich auch an eines der Friedenslesungsgedicht. Der junge Hobbykabarettist Michael Feindler hatte sich daran u.a. mit „Intelligente Lebensformen“ beteiligt – ein Gedicht, das nicht vergessen werden sollte …

Freitag, 4. Februar 2011

DREI Nummer 939

Man findet sich mit andern Schreibenden zusammen, um weiter zu kommen, um einen göttlichen Spruch zu empfangen, der entscheidet, SO IST ES RICHTIG. Natürlich nicht ernst, aber irgendwie. Aber was kommt raus? Das, was man zur Diskussion gestellt hatte, übersteht die Runde der Kritik nicht (das war zu erwarten), aber die angebotenen "Lösungen" sind - in Ruhe erwogen - auch nicht das Gewollte. Also kommt zum Schluss etwas heraus, womit vorher NIEMAND gerechnet hatte:

Einmal nur ...
das rauschen hören
fliegen springen
von der klippe
wie so oft
ich es gewollt
als wir kinder dort getollt
einfach springen
doch ich steh
auf dem durchgedrückten zeh
endlich lösen
lust der lieder
einmal nur
die antwort finden
wissen
welche melodie
spielt mir wirklich
schön wie nie 

Solche phänomenalen Ideen wie "einfach springen / über klingen" und "spiel ich wirklich ..." sind wieder untergegangen.

Einfacher war es schon beim Folgenden, wo nur der Schluss gekürzt wurde:

Konklave der Tiere
 
Einig,
sie brauchte endlich
einen Gott,
debattierte die Versammlung
aller Tiere
über dessen Bild.
Nachdem viele
die Edlen unter sich
vorgeschlagen,
erklärten die Hunde:
Aber
Gott sieht aus
wie ein Mensch.
Die Pferde
steigerten:
Wie ein Reiter.
Allein die Ratten
blieben dabei:
Gott sieht aus
wie eine Ratte.

Einmütig
lachten die anderen

Nach der nächsten
Million Jahre
war niemand übrig
zu lachen.

Und weiter im Fortsetzungsroman:

Donnerstag, 3. Februar 2011

DREI Nummer 938

9.9.1999
die bekannten
nadelstreifenstiefel
gieren nach den füßen
des sohnes
standarte auschwitz
wer nicht gewünschtes geld spricht
niemals mehr folgen
flüstert ruth
 
saldo
für einst entschädigte
fremde heimat
treuhändisch empfangener anteil
abzüglich schoko- und ramagaben
gleich null
 
die neun
eine glückszahl
aber ein jahrhundert hat
der dekaden zehn
die letzte ruth
legt weiße nelken
auf die erde
der vorletzten
die das alles  
nicht mehr
sehen muss

Wie presst man den lyrischen Extrakt der zehn Jahrzehnte der 20. Jahrhunderts in jeweils ein Gedicht? Zehn Dichter aus Israel, Deutschland und Österreich haben das jeder auf seine spezielle Art versucht. Diese Idee war auch für den Titel "10 x 10 = 100" verantwortlich. Ich hatte mich dafür entschieden, eine Beispielfamilie jeweils am 9.9.des 9. Jahres der einzelnen Dekaden in Blitzlicht zu zerren. Als Start habe ich deren Resüme nach dem Ableben der DDR gewählt. Angefangen hat das Kleinbürgerleben so:
9.9.09
einen sprung weit
lagen große geschäfte
nicht für
einen zwerg
neben krupps kanonenrohren
er suchte nur
ruhe wie heimat
über alles
in der welt
geschenk eines kaisers
sonne und platz
wenn nur
die anderen
wegrückten und
er gehörte doch
zu dem volk der fleißigen
die es mehr verdienen
als die anderen
die sein wesen
zum genesen
nur noch nicht
kennen
Kori ado Ko - utopischer Roman von Slov ant Gali (69)

Mittwoch, 2. Februar 2011

DREI Nummer 937

Die Zeit der modernen Kurzfassungen wie SMS oder Ähnlichem fordert auch klassische literarische Formen heraus. Kann man z. B. den Stoff einer ganzen Kurzgeschichte auf 140 Zeichen ballen, also zu einem Tweet bei Twitter? Eine Ultrakurzgeschichte sozusagen? Natürlich hat jemand diese Idee gehabt - des Trainings wegen habe ich mich daran versucht:

Er verkaufte seine Tochter. Er konnte sie nicht ernähren. Jetzt hat er Geld, seine Tochter zu ernähren, die er nicht mehr hat.

Im Drohbrief „An den Döner-Kanaken ...“ zählte er 15 Fehler. Danach hängte er an seinen Kiosk: „Ich bin stolz, kein Deutscher zu sein!“

Er schickte eine Tüte Mehl „Für den Afghanistan-Einsatz!“ an Frau Merkel. Nun steht er wegen Terrorismus vor Gericht.

... Stimmt: Ein Fortsetzungsroman bietet mehr Lesemasse ...

Dienstag, 1. Februar 2011

DREI Nummer 936

Bei den Gedichten des Tages hat es schon einmal etwas in der Lyrik und überhaupt in der Schreiberei Setenes gegeben: Ursula Gressmann gab einige Gedichtideen zu einem von ihr aufgestellten Thema vor, ich schrieb um und ergänzte, sie suchte das zu verbessern, ich das Folgende und sie und ich ... und irgendwann waren wir beide an dem Punkt, wo wir sagen konnten, das haben WIR geschrieben. Meiner Meinung nach wirklich so, dass beide hinter dem Produkt stehen... Es ist ein ganzer kleiner Zyklus geworden: 
Ursula Gressmann / Slov ant gali:  Visionären geklagt (1)
Ursula Gressmann / Slov ant Gali: Visionären geklagt (2)
Ursula Gressmann / Slov ant Gali: Visionären geklagt (3)
Ursula Gressmann / Slov ant Gali: Visionären geklagt (4)
Ursula Gressmann / Slov ant Gali: Visionären geklagt (5)
Ursula Gressmann / Slov ant Gali: Visionären geklagt (6)
Ursula Gressmann / Slov ant Gali: Visionären geklagt (7)

Keine Möglichkeit, Visionären etwas zu klagen gibt es in dem SF-Manuskript:

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