Dienstag, 14. Mai 2013

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1738




Wie ich trotz und wegen der DDR zu meinem ganz individuellen Kommunismus fand (11)



... WAS ich eventuell studieren könnte, aber das irgendwann tun zu können, wollte ich mir nicht verbauen. Aber dafür zur Armee?! Eher nicht! Also begann ich die Pflicht-Dienstzeit mit der Absicht nicht aufzufallen. Stattdessen leistete ich mir erst einen kleinen Unfall und sorgte dann mit regelmäßigen 
Fingern im Rachen für Erbrechen. Schließlich wurde ich nach einem halben Jahr ins zivile Leben entlassen. Problem: Ich war nun ein Jahr zu früh in Freiheit. Der Betrieb musste mich zwar wieder aufnehmen (so war das halt in der DDR), aber der Platz in meiner Abteilung war besetzt. Der einzige freie im Betrieb war einer in der Kosmetik-Reklamationsabteilung. Klar, dass ich so schnell wie möglich irgendwo anders hin wollte. Ich ahnte noch nicht, welche psychischen Schäden die Armeezeit hinterlassen hatte und wie lange die Schreibblockade anhalten würde, also nahm ich noch einen Anlauf in Richtung Schreiben … Dass ich als „kulturpolitisch-künstlerischer Mitarbeiter für künstlerisches Wort beim Kreiskabinett für Kulturarbeit“ alles besonders gut machen wollte, war klar. So wurde der Ausflug in die Welt der Kulturorganisation natürlich zum Fiasko. Gleich der erste Auftritt bei einer höheren Charge im Kreis, konkret beim Direktor des einzigen Gymnasiums, misslang und führte zu einer handfesten Beschwerde. Ich wäre ihm, einem angesehenen Leiter, überheblich gekommen, hätte ihn beleidigt, er mache nicht genug zur Förderung der Begabung seiner Schüler … so in dem Sinn. Meine Vorgesetzte zog daraus den Schluss, dass ich wohl doch etwas zu grün für die Aufgabe wäre und mir lieber Praxis in einem Produktionsbetrieb holen sollte. Heute wäre dies ein Rauswurf in der Probezeit gewesen, damals gönnte man mir etwa ein halbes Jahr, mir etwas Geeignetes zu suchen. Diese Zeit verbrachte ich überwiegend mit Basisarbeit bei Schreibenden und Laienkabarettisten in Betrieben und mit der Erarbeitung von Muster-Programmen zu Fest- und Gedenktagen. Ein besonderes Vergnügen bereitete es mir, zum „Tag der Nationalen Volksarmee“ ein expressiv antimilitaristisches Programm zu verbreiten. Genugtuung: Nun kamen Danksagungen aus mehreren Betrieben im Kreiskabinett an. Wahrscheinlich hatte man nichts als trockene Lobhudeleien erwartet.

Nach dieser Erfahrung landete ich in einem der Schweriner Großbetriebe. ORSTA Hydraulik war innerhalb eines „Kombinats“ der Endfertigungsbetrieb für große hydraulische Anlagen. Ich wurde in der Materialwirtschaft eingesetzt. Eine hydraulische Anlage besteht im Wesentlichen aus drei Grundelementen: einem Motor, einer Pumpe und Zubehör. Ich war zuständig für bestimmte Zubehörteile, namentlich Hydraulikventile und Verschraubungen. Vielleicht nicht gerade die Perspektive, von der aus eine Volkswirtschaft zu erklären ist, aber meine ... ...


Manchmal schlägt der Herbst des Lebens mit vorwinterlichem Eishauch zu, manchmal ruft er zum letzten großen Zwischenspurt, manchmal aber genießt man einen "Tagtraum II" ... meint zumindest Ricardo Riedlinger.
In ""Gemeinschaft der Glückssüchtigen"" spielt Slov ant Galimit Identitäten. Es ist eben keine politische Propaganda, sondern enthält auch Verunsicherung. So stellt "Diesmal" die Frage nach der Flucht aus Verantwortung in den Raum ... und das ausgerechnet als Eröffnung eines Kapitels über die Verkehrsgestaltung der Zukunft in Erwartung eines Verkehrsunfalls des lyrischen Ichs ...

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