Dienstag, 24. September 2013

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1861

Vergessen wir die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl, schauen wir darauf, was uns die "höhren Wesen" aus dem All bringen:

Fillip, der Erdling (10)


... Eine Menschheit gäbe es gar nicht. Es gebe nur verschiedene Völker. In Deutschland würde sicher nichts entschieden. Die Deutschen seien gehorsam und fleißig, egal ob gegenüber irgendwelchen Geldsäcken, einem Zentralkomitee oder einem Kaiser. Aber andere Völker brauchten nur einen, der ihnen „Generalstreik!“ zuriefe, schon ständen die im Demozug gern vor ihrer Fabrik. Und wenn man DIE ins All zurückstreikte, würde ihnen der Appetit schon bald vergehen. Es sei sowieso egal, was wer politisch verkünde – in der Praxis seien alle gleich. Immerhin hatte er die Idee einer konspirativen Infokette durchgesetzt.
Gabi saß da, noch blasser als sonst, und starrteden Bildschirm an, als habe gerade jemand verkündet, ihr ganzes Leben sei mit sofortiger Wirkung enteignet. Sie wirkte auch nicht so, als wäre sie Argumenten aufgeschlossen. Ihre Gedanken schienen weit weg zu sein.
Fillip betrachtete seine Frau unauffällig. Entsetzt merkte er, dass er sich nicht vorstellen konnte, was jetzt in ihrem Kopf vorging. Waren sie einander denn so fremd geworden? Wenn er seine Probleme mit den Kindern dazuzählte, war die Familie wohl schon auseinandergerückt. Dazu passte, wie Max „Dann suchst du dir eben was Anderes“ sagte. Er hatte sicher trösten wollen, aber der Tonfall kam Fillip so unbeteiligt vor, als wollte er sagen, du kannst Probleme haben ,,, komm mal zu uns in die Schule!
Wahrscheinlich liefen Fillips ersten drei Freunde zu deren Freunden, um sich darüber zu verständigen, wer wie wem Bescheid sagen sollte, wenn was passierte. Und es würde so eine Art illegalen Parteitag geben. Das war ihm aufgefallen: Die da was machen wollten, waren alles politisch Linke gewesen. Na gut, das musste nicht unbedingt daran liegen, dass die besonders widerständig waren, sondern auch daran, dass er von früher noch mehr Freunde aus linken Kreisen hatte. Schon wieder nahmen Dinge ihren Lauf, von denen Fillip hauptsächlich eines merkte: Er überblickte sie nicht.

Als es heute losgegangen war mit den verkündeten Maßnahmen, hatte Fillip noch gedacht, ja, eigentlich eine gute Sache. Die bringen uns eine Gesellschaftsform, die wir selbst so wohl nicht auf die Reihe bekommen hätten. Die Methode war Scheiße, aber wenn etwas geklappt hat, wer fragt dann nachher nach den Methoden? ...
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Und was bringen uns die "Gedichte des Tages"?


Hiermit beantrage ich bei der zuständigen UNO-Unterorganisation (UNESCO?!), den heutigen Tag als "Tag der in seiner Eitelkeit angekratzten und in seinem Selstbewusstsein aufzuwertenden Dichter anzuerkennen ("Tag des eingebildeten Dichters"). Dazu folgende Anlagen:

Slov ant Gali: Senryū Nr. 114





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