Montag, 17. Juni 2013

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1769

Die Prosa ist mit einer gewissen Logik den Ereignissen der Tage ferner als die Gedichte:

Anna Roth: Die Stunde vor dem Suizid (7):


Nein. Pause vor dem letzten Akt.

"Warum siehst du mich so traurig an? Immer noch ...?"
Ben tauchte seine Finger in den feuchtesten Ton, prüfend, ob er ganz darin würde untertauchen können.



"Wenn ich so weit bin, sag ich´s. Ich nehm´s mir. So schnell hatte ich es nicht erwartet."
Ben ließ sich los. Er bestand nur noch aus Fingern auf Wellen einer harmonischen Melodie.
Als der Konzertsaal längst verschwunden war, kamen Bens Gedanken langsam zurück, sich über das Pfeifchen in Majas Händen wundernd. Dieses prustende Pfeifchen.  Welch kunstvolles Spiel hatte diese Frau offenbar erreicht. So viele Übungsstunden hatten geholfen. Doch auch ein Orgelbass erkennt sich mitunter in einr Schilfrohrflöte wieder. Weiches Rohr. So sehr Maja sich mühte, der eine der allerletzte Schlussakkord war nicht möglich.
Sie hockte sich auf die Kante der Pritsche, konzentrierte sich ganz auf die Spannung in Bens Instrument. Die musste der Entspannung durch ihre Massage vorausgehen.. Dabei hatte Ben ihre beiden unterschiedlich kleinen, unwahrscheinlich reizenden Brüste genau in Blick und Griff. Unbeholfen, doch behutsam strichen Bens Finger den rechten Hügel hinauf. Das Nippelchen hatte sich in eine braune Leuchtkirsche verwandelt. Ob wohl ein Kern drin war? In allen Kirschen war doch einer. Doch Majas halb verdrehte Sitzhaltung ließ Bens Mund nicht an die Frucht.
Ben registrierte, dass die rechte Brust wesentlich größer als die linke zu sein schien. Auch Majas rechtes Auge schien größer als das linke. Ben begeisterte sich für Mädchen mit großen braunen Augen. Ob das linke Äuglein wohl größer würde, wenn das Kernchen zwischen den Lippen ein- uns ausglitt. Hauptsache, das Mädchen empfand das nicht als unangenehm. Wie leicht waren Brüste überreizt. Noch dazu kannte er das von Babetts, die doch für Maurerpranken gemacht waren, während Maja mit welchen für musikalische Hobbygärtner ausgestattet war.
"Da sind sie empfindlicher. Wegen der Wunde, weißt du? Max ist wieder mal da. Er hat sich nicht geändert."
Für einen Augenblick erstarrte der Traumfilm. Ja. am Außenpfad, den linken Hügel hinauf, prankte wirklich eine taubeneigroße fast zugenarbte Wunde.





Wie geht man mit Verbrechen um, die man nicht direkt ändern kann?
Wer sich einbildet, Künstler zu sein, zumindest erst einmal dadurch, dass er sie als die Verbrechen bezeichnet, die sie sind, dass er den Unangepassten eine Stimme gibt. Einfach gesagt: Krieg ist ein Verbrechen. Was bei "unserem" NATO-Verbündeten Türkei passiert, ist Krieg, wobei die Demonstranten erst einmal immer durch besonders heitere Friedlichkeit auffielen. Allerdings singt es sich schlecht unter einem Hagel von Tränengasgeschossen und im Strahl der Wasserwerfer. Da sollten diejenigen, die sich mit unterschiedlichem Geschick sich "ihren" "17. Juni" erfinden, besonders aufmerksam beobachtet werden, wenn sie bei Ihresgleichen Krokodilstränen absondern.
Die Frage ist, wie wir unsere eigene Rolle dabei sehen. Sammeln wir zur Offensive oder erst einmal zum Lecken der eigenen Wunden in eine gallischen "Die Wagenburg". Wobei Meas Wolfstatzes Umsetzung im Gedicht gefällt mir dabei sehr ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Follower