Freitag, 13. April 2012

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1358

Erst einmal - wie immer ... gerade, weil ja Freitag, der 13., ist, beginnen wir mit den geplanten nächsten "Gedichten des Tages". Die folgenden sind für morgen vorgesehen:


Manchmal lohnte es sich, Passagen des Friedrichshainer Autorenkreises aufzuzeichnen. Logischweweise sind die Beiträge zur Diskussion unterschiedlich kreativ und voran bringend. Bei "Arbeitsleben" gab es eigentlich kaum etwas, worüber nicht diskutiert wurde, wenn auch wenig als grundsätzliche Ablehnung. Die Mitglieder wurden letztlich vom Leitertrotzdem noch dafür gerügt, weil sie ein Bild "geschluckt" hatten: "Zum Hasen geschlagen" ginge nun gar nicht, denn es assiziiert ja "zum Ritter geschlagen", was unbedingt eine positive Beförderung sein. (abgelehnt: "vom Schicksal geschlagen", da nicht "zum ...") Letztlich vorgeschlagen wurde "erklärt". Was dann rauskam, deckt sich kaum mit einem der Vorschläge, ist aber eine echt radikale Lösung ...
Gibt es eine Alternative? Auf jeden Fall gibt es ein berühmtes Gemälde. Bei Jürgen Polinske sind es farbige Worte, die "Die blaue Stunde" herbeizaubern ...


Dann macht uns hoffentlich die Fortsetzung des utopischen Romanmanuskripts etwas Freude. Oder hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen?


Slov ant Gali / Gunda Jaron:   

                Ich wurde Gott (21)



... Ich zoomte mich etwas dem Horizont entgegen. Wahrscheinlich bedeutete das etwas dichter stehende Grün ein Flussufer. Ich war also auf dem richtigen Weg. Ich wollte schon maximal beschleunigen, da stutzte ich. Etwas an den Pflanzen kam mir seltsam vor. Sie wuchsen anders als die, denen ich bisher begegnet war. Sie ... Sie wuchsen nicht natürlich! Das waren gar keine wachsenden Pflanzen, das waren Hütten aus Pflanzen. Hütten? Hütten! Was ich da heranzoomte, war eine Siedlung! Wie immer die aussehen mochten, das mussten intelligente Wesen sein, die da am Werk gewesen waren. Nicht gerade auf dem Niveau wissenschaftlichen Fortschritts, aber die anfängliche Prognose meiner Analysatoren war hinfällig. Es gab doch Intelligenzen, nur eben nicht so hoch entwickelte, dass sie von weitem feststellbare Industrien aufgebaut hatten.
Was sollte ich tun? Die Fremden durften mich nicht sehen. Zwar war unwahrscheinlich, dass die über einen Zoom verfügten, aber ich flog frei in der Luft, leise zwar, aber nicht geräuschlos, hatte bisher kein Exemplar von denen entdeckt, aber ich wusste ja nichts über deren Sehfähigkeiten und ob die gesehen werden wollten. Spontan entschied ich abzudrehen. Kein Risiko eingehen. Nun also würde ich mein Versteck wirklich wegen einer fremden Intelligenz brauchen.
Ich steuerte direkt das Gebirge an. Ich hatte Zeit, mein ganzes Leben lang. Nur keinen Fehler machen. Wie schnell ist man von einem mit unbekanntem Gift getränkten Pfeil getroffen. Oder ... Nein, nicht darüber nachdenken. Hätte ich doch einen Kurs, ein Ziel einprogrammieren können, um mich ganz auf die Bioscans zu konzentrieren! Auf meinem jetzigen Fluchtkurs wurde der Bewuchs wieder etwas dichter und wilder. Ich war überhaupt nicht sicher, ob das gut für mich war, aber je enger die Pflanzen standen, umso näher konnten solche Wesen und ich existieren, ohne dass wir einander bemerken mussten. Und ich hatte einen Vorteil: Ich konnte mir Trinkwasser replizieren, brauchte nicht die Nähe eines Gewässers. Ich brauchte nur einen Landeplatz.
Das Vergnügen am Fliegen war mir erst einmal vergangen. Mich interessierte nur noch eine Lichtung oder etwas Ähnliches.
Ich fand eine. Und das Glück meinte es gut mit mir. So intensiv ich auch suchte – es gab keine Anzeichen für Wege, die dorthin führten. Keine Ahnung, wodurch die Lichtung entstanden war, sie reichte für mich. Vielleicht 80 Meter lang und 30 Meter breit. Also viel ungünstiger als mein erster Landeplatz, aber nun war Anderes wichtiger.
Ich musste herausbekommen, welche Wesen ich da entdeckt hatte. Ihre Siedlung war etwa 20 Kilometer entfernt, eine Strecke, die normalerweise ausreichen musste, dass wir uns ohne Absicht nie begegneten. Aber es war natürlich unwahrscheinlich, dass diese Siedlung, wenn es denn eine war, die einzige auf diesem Planeten sein sollte, und zum anderen wollte ich wieder die Initiative übernehmen.

Mit einem Blick auf die Energieanzeige lächelte ich: Selbst wenn ich schlief, arbeitete die Zeit für mich Da wurde mein Energiespeicher aufgeladen. Was wollte ich mehr? ...
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Follower