Mittwoch, 31. Juli 2013

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1810

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.Slov ant Gali: Planet der Pondos (27)
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....Langsam trottete Uljana zurück in den Kälteschlafsaal, hin zu den Schalen, deren Aufweckautomatik sie nicht unterbrochen hatte. Bei dreien standen die Anzeigen nun doch auf null. Die restlichen normalisierten sich weiter. Uljana sah sich ihre künftigen Gefährten näher ansehen.
Was war denn das wieder? Ihr Entsetzen stieg von Sarg zu Sarg. Eine Frau, ein Mann – Weckvorgang abgebrochen. Ein Mädchen – Vorgang lief. Eine einzelne Frau – Weckvorgang abgebrochen, ein Mädchen – Vorgang lief.
Bei den ersten dreien hielt es Uljana noch für einen Zufall. Ging weiter. Nächste Ergebnisse: Eine Frau, ein Mann – beide abgebrochen, dann ein Junge ­ Vorgang lief. Sollte etwa…? Die folgenden Schalen bestätigten es: Es war nicht ein einziger Erwachsener unter den gerade erfolgreich ablaufenden Weckvorgängen. Nicht einer, dem sie die Verantwortung für das Leben der restlichen Eingefrosteten übergeben, den sie wenigstens würde um Rat fragen können. Ob Kinder diesen unbekannten Fehler in der Weckautomatik leichter überstanden als Erwachsene? Irgendeinen derartigen Zusammenhang musste es geben.
Uljana lief zurück an den Computer, fragte: „Warum läuft der Auftauvorgang nur bei Kindern bis 16 Jahren?“ und wartete.
„Keine ausreichenden Daten. Vergleichbarer Fall nicht bekannt.“
„Aber die übrigen Kinder könnten auch aufgetaut werden?“
„Möglichkeit besteht.“
„Möglich ja oder möglich nein?“
„Keine ausreichende Daten. Kontrollmodul kann nicht überbrückt werden.“
Uljana drehte sich weg.
Bald wären damit bald ein sechzehn und ein vierzehn Jahre alter Junge und Mädchen zwischen zehn und fünfzehn Jahren munter. Wahrlich eine tolle Mannschaft! Aber das war nicht mehr zu ändern.
Mühsam drückte Uljana den Rücken durch. Sie musste endlich zurück auf die Brücke. Bis diese künftige Mannschaft ansprechbar wäre, war noch Zeit. Sarah dagegen wartete sicher schon sehnsüchtig. Sollte sie jetzt schon erfahren, dass ihr Daddy unter den Toten war? Besser nicht.
Die Kleine lief ihr freudig entgegen. Nein, passiert sei nichts, erzählte Uljana, äu?erlich unbekümmert.
Zusammen mit Sarah checkte sie die Anzeigen. Die Kleine konnte gut lesen, und sie war auch ganz eifrig bei der Sache, wenn sie melden sollte, was wo angezeigt wurde. Aber ewig konnte dieses Spiel ja nicht gehen. Was dann? ... 
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Thomas Reich versucht sich aufs Neue im Exzessiven: "Herzfleisch". Dabei wird er wohl meinem "

Senryū Nr. 18

" nicht zustimmen wollen ...
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