Montag, 25. Juli 2011

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1095


 den alten brunnen gefunden

doch eimer um eimer bleibt leer

ich sing schon seit vielen stunden

das man´s hört das braucht´ ich so sehr


versuche es immer wieder

doch löscht nichts die trockenheit

mich schüttelt der klang fremder lieder

von schwermut und einsamkeit


die hoffnung lässt weiter mich singen

was bringt nur den brunnen zum klingen?


Schwermut und Einsamkeit ... Gefühle, auf die jeder ein Recht hat - besonders natürlich, wenn er den Verlust eines lieben Menschen verarbeiten muss. Das ist dann unabhängig von  "worträume 2.0".
Auch das lyrische Leben geht einfach weiter. Da testet man einfach Neues ( "Biete Fünfzeiler - Suche Sinn (1)") oder erinnert sich drei Jahre zurück ( Anspruch und Wirklichkeit) ... und ist ganz unvermittelt bei der Prosafortsetzung angekommen. Inzwischen sollten zumindest ein paar der Leser von der Spannung um die Helden aus dem vorigen Roman "Planet der Pondos" erfasst sein. Also weiter mit
 "Uljanas New Home"


5. Fortsetzung
Da standen wir nun etwas sehr unbeholfen da. Die, die bisher auf der großen Wiese getobt hatte, bildeten ein weites Halbrund.
Jenny rief ihre Kennung, die Außenschleuse öffnete sich. „Packt mal einer mit an?“
Ich griff zu, und nach kaum zwei Minuten lag das, was von Komunos Körper übrig war, in einem der Medanalysekammern. „Computer: Reanimation. Gesamtbild, Zusammenfassung!“
Jenny lehnte sich an die Zimmerwand, vollführte eine fast vollständige Geste des Stirnabwischens, weil sie offenbar zu spät wahrnahm, dass sie noch immer den Schutzanzug trug. Sie öffnete den Helm, rief „Ouhh!“ und schloss ihn wieder. Wir beobachteten sie entgeistert. Warum drückte sie den Sauerstoff-Duschknopf?
„Mann, stinkt das!!! Lasst bloß eure Anzüge zu! ... Computer, ich höre nichts...“
Das stimmte nicht. Zumindest hörte wir am auf- und abschwellendes Brummen, dass der Computer beängstigend intensiv arbeitete, kein Grund also zu ungehaltenen Äußerungen, eher zur Angst, er könnte abstürzen. Übrigens waren unabgesprochen nur wir, die wir den Ausflug zusammen gemacht hatten, nun auch zusammen ins Raumschiff gegangen. Die Anderen warteten ängstlich draußen.
Plötzlich Stille. Durch die Verstärker in den Anzügen hörten wir einander atmen. Keiner sagte etwas. Wir wagten kaum uns zu bewegen.
„Reanimation nicht möglich. Gesamtbild mit ausreichender Genauigkeit nicht möglich. Vorgang der Totalzersetzung aufgrund Kontakt mit unbekannter Komplexverbindung auf Schwefelsäurebasis schreitet fort. Verbleib vorliegender Reste im Schiffskörper nicht anzuraten. Maßnahmeempfehlung nicht möglich.“
Wieder Schweigen. Jenny machte ein Zeichen. Wir packten den Körper, der im Brustraum ein großes Loch aufwies, auf einer Krankentrage, trugen ihn nach draußen. Konnten nicht wegsehen. Am Waldrand legten wir ihn ab. Holten Komunos Kältekammer, gruben gemeinsam eine Grube, versenkten den Notsarg. Keine Rede. Zugeschüttet das Loch. Es war sowieso dunkel geworden. „Wir sind doch erst angekommen“, schluchzte Sarah. Als hätten sie nur auf das Stichwort gewartet, fingen die ersten an zu reden, leise, aber alle irgendwie befangen.
„Wir können rein. Ich hab einen Totalaustausch der Luft im Schiff angewiesen“, erklärte Jenny halblaut. Es sah aus, als wollte keiner ihrer Aufforderung folgen. „Nun los! Jeder kriegt eine Pille zum Schlafen. Auf Träume könnt ihr wohl verzichten.“ Die ersten setzten sich in Bewegung. Als eine Gruppe Koom vorbei kam, die einander angefasst hielten, Komuna in der Mitte, murmelte Jenny: Du kriegst natürlich zwei.“ Dabei sah sie das Koom-Mädchen nicht an.
(ff)




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