Montag, 19. August 2013

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1828

Die Figuren der Erzählung sind noch längst nicht alle eingeführt:

Slov ant GaliJeder gegen jeden (6)

Er hatte die entscheidende Idee gehabt, wie der Test gesprengt werden könnte. Jede unmenschliche Regel, mochte noch so viel Logik sie begründen, war mit Menschlichkeit zu besiegen. Gerade die Gerüchte um die Intensität, mit der vorgebliche Betrugsversuche unterbunden würden, forderten die Kreativität bei ihrer Umgehung heraus.
Es war vor einer Woche gewesen. Sie hatten ihre normalen Prüfungen alle bestanden und warteten auf die Zulassung zum Labyrinth. Der Start der nächsten Gruppe wurde ja erst freigegeben, wenn der Kampf der vorigen beendet war. Manchmal zog sich das hin. Da hatte er sie zusammengerufen. Ta, logisch, Mysty, Bona und Tom.
„Fällt euch was auf?“, hatte er das Gespräch begonnen.
Mysti hatte gelacht und geantwortet: „Ja, du übertreibst wieder einmal dein Geheimdienstspiel.“
„Nun mal ernsthaft: Was sind wir für eine Runde?“
„Drei Frauen, zwei Männer und einer davon bist du. Hast echt Chancen. Bona und Tom sind sowieso zusammen … Aber wenn du denkst … Nee, du willst mich anmachen, damit Ta eifersüchtig wird? Vergiss es!“
„Sag mal, kannst du auch mal an etwas Anderes denken? Nein. Wir sind fünf. Wir sind die fünf, die das Labyrinth als Sieger verlassen werden.“
„Also was die sich wieder einfallen lassen. Und Martin, du?! Das hätte ich nicht von dir gedacht. Dass du dich als Lockvogel für so einen Extratest hergibst.“ Ta sah ihn mit einer solchen Verachtung an, dass er erschrak.
„Wie kannst du so etwas denken. Hier geht’s darum, die Lücke in den Regeln zu finden.“
Sie hatten die Nacht zusammengesessen. Klar. Sie waren sich alle in den Kadettenjahren sehr nahe gekommen, hatten sich füreinander eingesetzt. Aber jetzt?
„Was ist denn das Hauptproblem, dass das Jeder-gegen-jeden überhaupt funktioniert? Wir treten einzeln ins Kampffeld ein, vor uns haben welche Stellung bezogen, nach uns auch, jeder allein, und jedem wurde gesagt, er muss gegen jeden kämpfen. Selbst, wenn er nicht wollte, müsste er ja damit rechnen, dass sich die anderen nach den Regeln verhalten und ihn abknallen. Und Logik haben die Regeln ja: Die Flotte braucht eben nur eine begrenzte Zahl an Kapitänen. Hätten wir also lauter Sieger, wären alle keine.“
Tom brummelte: „Also eigentlich möchte ich nur mit Bona zusammenbleiben. Wenn sie ein Kommando angeboten bekommt, geh´ ich als Vertreter mit, wenn ich, dann sie. Wenn´s klappt.“
„Wenn du das Labyrinth nicht überstehst, hat sich´s was mit Stellvertreter. ...“
„Eben!“
„Nu komm“, bettelte Tom: „du hat dir was ausgedacht. Raus damit!“
„Also, Leute, wir müssen unsere Vereinzelung aufheben. Das geht nur, wenn wir einander an einem nur uns bekannten Punkt treffen und von dort aus aus handeln, das Labyrinth sozusagen überrollen. Klar, wir brauchen Waffen und Ausrüstung. Da kommen wir nicht drumrum. Und an die kommt jeder nur einzeln ran. Dann aber sollten wir Verständigungszeichen haben und uns an einem Punkt sammeln. Da wir uns in dem Labyrinth nicht auskennen, sollte das eine der äußeren Ecken sein. Sobald der Erste seine Ziel-1-Beute hat, läuft er dorthin. Ich weiß nicht, ob noch andere auf eine ähnliche Idee kommen. Der Punkt hat immerhin einen Vorteil: Es kann kein Gegner von hinten kommen. Aber ...“

Sie hatten sich geeinigt. Und Martin hatte eine heimliche Entscheidung getroffen: Er würde Ta zu seine Kapitänin machen, koste es, was es wolle …

***

Wer jetzt auf den Blick auf die nächsten "Gedichte des Tages" gewartet hat, liegt richtig:

Der Forderung, jeweils eine echte Sinneinheit zu tragen, entspricht zumindest das erste Gedicht nur seeeeehr bedingt:  
  

Slov ant Gali: Senryū Nr. 51


      (Man darf sich auch einmal "auf die Schippe nehmen" ...)

Slov ant Gali: Senryū Nr. 37 - 39


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