Freitag, 29. Juni 2012

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1437

So 100% lag ich ja nicht daneben, dass Deutschland von San Marino geschlagen werden solle. Nehmen wir also das Land drumherum und fahren fußballfrei fort mit den "Gedichten des Tages":


Fahren wir fort mit den Coverideen für das Buch "Nach der Geldzeit": "Cover 4".
Sebastian Deya gibt seinen Kampf gegen menschliche Gleichgültigkeit nicht auf ... und entwickelt z.B. die Idee, vom "Zweckdarwinismus" zu sprechen ...


Auch beim Fortsetzungsroman "fahren wir fort, nur mit der Besonderheit, dass wir gerade bei einer Jubiläums-Fortsetzung angekommen sind:


Slov ant Gali / Gunda Jaron:   

                Ich wurde Gott (100)


... Was soll ich sagen? Wie es die Regeln des Festes vorschrieben, wurden die Mädchen, die erst später in den Kreis der Frauen aufgenommen werden würden, nicht auf den Hof, unseren Festplatz gelassen. Natürlich wussten wir, dass sie an den Burgfenstern lauerten, um sich nichts von dem Geschehen entgehen zu lassen. Die Robbis bildeten aber den einzigen offiziellen Festkreis. Ich weiß nicht mehr genau, zu was ich sie erklärt hatte. Ich bin mir nur sicher, dass es mir zu kompliziert gewesen war, sie als Maschinen zu definieren, denen das Äußere von Menschen gegeben war – schon allein, weil ja die Saks nur einen Menschen kannten – mich … Aber ich erlaubte mir einen Gag: Ich verkleidete eine Hälfte als Frauen und die andere als Männer der Saks. Der neunzehnte hatte Wache. So war die Illusion fast perfekt.
Ich war ein gesunder Mann. Wie es mir in den zurückliegenden Monaten gelungen war, die Erregungen zu überspielen, wenn ich den Mädchen zu ihrer Einschlafentspannung verholfen hatte, wenn so offen vor mir gelegen hatte, wie ähnlich ihre Physis der von Menschenmädchen war, kann ich kaum noch erklären. Nun also sollte ich mit ähnlichen Handgriffen Tschamita, ausgerechnet meine Tschamita, auf den lebendigsten Augenblick ihres Lebens einstimmen. Ein wenig musste ich dabei improvisieren. Tschami wusste schließlich nur vom Hörensagen, dass das Mädchen das, was sie zum Jubeln brächte, zuvor betrachten und begreifen sollte, aber für die Fantasie bei Rollenspielen war ich den Saks und dem Zufall dankbar.

 Während ich mich kaum an meine Rolle als Meister erinnere, sehe ich mich immer noch als der Junge, der sich darum bemüht, die geweihte Frau von sich zu überzeugen. Ich spürte sagenhafte Kräfte in mir aufsteigen. Alle richteten sich auf das eine: In dem Augenblick höchster Entrückung sollte eine Saat aufgehen und die übermütige Tschamita der biologischen Verpflichtung der Frauen unterworfen werden. Dabei hatte ich bei aller brachialer Macht nicht die geringste Ahnung, ob dies überhaupt möglich war, ob die Unterschiedlichkeit der Arten Mensch und Saks dies zuließ.
Trotzdem. Als die Frau Tschamita sich aufrichtete, mich vorbehaltlos glücklich ansah, an der Hand nahm und unter dem Jubel der Roboter-Claqueure die Formel sprach: „Ja, das sei mein Glück!“, da fühlte ich die Freude eines auserwählten Saks-Jungen, zu dem sich gerade das schönste Mädchen des Nachbardorfes öffentlich bekannt hatte.
Die folgenden Tage erlebten wir so etwas wie eine Flitterwoche. In meiner Schule hatte ich Selbststudium und Abarbeiten von Lernprogrammen angeordnet. Gerade künftige Lehrerinnen mussten die Programme ja selbst auf ihren Erfolg hin ausprobieren. Abends zum Einschlafen ließen wir uns bei den anderen sehen. Ich hatte den Eindruck, Tschamita stand jetzt den Stimulationen der Mädchen ganz anders gegenüber. Sie waren wohl so eine Art Schule des Lebens – nur dass sie dabei nun als Lehrerin auftreten durfte, als eine geweihte Frau. Sollte sie bei einem der Mädchen eifersüchtig gewesen sein, so zeigte sie mir das zumindest nicht. Außer ihr waren da ja nur Kinder, Mädchen eben. Und sofern es um meine Erregung ging, so sorgte sie hinlänglich dafür, dass es keinen Grund zur Eifersucht gab. Etwas drastisch ausgedrückt: In meinen ganzen Erdenjahren hatte ich keine Frau getroffen, die mich innerhalb einer Woche dermaßen oft und begierig forderte wie diese Saks. Am zweiten Tag bereitete es mir noch Vergnügen, dieses Fordern. Es war ein Wettkampf mit der Natur. Doch dann ... Erst mochte Tschami es nicht wahrhaben, dass auch ein Meister, ihr großer Meister, nicht unbegrenzt für die Befreudung einer Frau zur Verfügung stand. Dann lernte sie mit verblüffender Leichtigkeit die körperlichen Künste, die männlichen Erholungsphasen zu verkürzen. Als ich ihr endlich eingestehen musste, dass einfach nicht mehr ging, was sie noch immer oder schon wieder verlangte, schmunzelte sie nur verdächtig: „Aba wann dir deina Frau einn Tah macht, dann trinkst du ihn doch?“ ...



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