Freitag, 8. Februar 2013

Lyrik-Prosa-Wortkultur 1646

Kunst darf übertreiben. Aber die Frage darf bei manchen Paaren ja wirklich erlaubt sein, warum sie denn noch zusammen sind ... "Splatter - Trash - Leben" ... Bei Beschwerden gibts keinen Apotheker zum Fragen, sondern bleibt nur ein "stilles bellen" ...


Nun aber schnell in ferne Welten, prosaisch beschrieben:

Slov ant Gali: Der Planet der 1000 Inseln (3)


… Nein, da musste ich jetzt durch!
„Ja, jetzt. Du kommst gleich mit. Ich frage und dann kannst du ..., nein, wir holen dann gleich deine Sachen.“
Mein Gesicht war unheimlich stark durchblutet. In den Ohren rauschte es wie damals bei dem Sturm am Meer, der sich nicht leiser drehen ließ wie ein Programm am Bilderer. Unser Weg nebeneinander war nicht weit. Zusammen stiegen wir in den Fahrstuhl. Etage 25. Lauter einzelne Privatwohnungen ohne Gemeinschaftsteil. Die paar Schritte bis zur Wohnungstür wurden immer belastender. Wie froh war ich, dass ich Mahays Angst wegen des Fahrstuhls bemerkt hatte und ich deshalb wusste, warum ihr meine Angst wegen der bevorstehenden Begegnung nicht aufgefallen war.
Klinke runter. Mist! Es war keiner da. Was nun? Um die Zeit saß Vater doch sonst immer am Computer, um seine Arbeit im Kontaktnetz zu erledigen. Das heißt, ich wusste, dass es keine festen Arbeitszeiten gab, aber die anderen waren eben zufriedener, wenn sie einander zu bestimmten Zeiten im Bild haben konnten. Und ausgerechnet diesmal mussten Mutter und er irgendwo draußen sein …
Ich muss wohl sehr verdattert hilflos rumgestanden haben. Mahays Sache war das nicht.
„Welches Zimmer ist deins?“
Der nächste Schreck! Was für eine Blamage! Da Mahay schon bis hierher mitgekommen war, konnte ich sie ja schwerlich fest- oder raushalten. Ich lief voran, blieb in der Tür stehen …
Also zu meine Entschuldigung: Ich bin ein Einzelkind. Meine Eltern gönnten mir eine Höhle für mich allein. Natürlich bekam ich viele tausend Male die Mahnung zu hören, ich möge doch aufräumen. Letztlich gewann die Vernunft: Wofür hätte ich aufräumen sollen? Ich fühlte mich wohl und meine Mutter brauchte ja nicht reinzugucken, reinzukommen erst recht nicht. Als wir dann einmal Tino besucht hatten, hatte ich endgültig gewonnen. Ein richtiges Jungszimmer musste offenbar einfach so aussehen. Es regte, wie Trainer Malik sagte, eine spezielle Form der Fantasie an. (Das habe ich mindestens mehrhundertfach meiner Mutter gegenüber vorgebracht.)
„Und wo soll ich hier schlafen?“
Mahays Stimme stürzte mich in Tiefen weit unter jeder Kellerebene. So konkret hatte ich das überhaupt noch nicht bedacht, wo genau sie bei uns unterkommen konnte. Vielleicht in der Kammer, in der wir Reserven aufbewahrten, richtiger, die im Laufe der Zeit mit Gerümpel zugeräumt worden war? Also dass sie das Zimmer mit mir würde teilen wollen, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Nun aber wurde es konkret und sie wollte und … ja, einmal angenommen, sie hätte gedurft, wo hätte sie denn gekonnt? Also das Bett ließ sich aus der Wand klappen. Das war nicht breit, aber man konnte zumindest zusammen drauf sitzen. Meine Raumschiffbrücke bestand aber aus einem Kapitänsplatz und mehreren Monitoren halbkreisförmig drum herum. Das Zimmer war klein, da blieb nicht mehr viel Platz übrig …
Der Kugelfang! Mit Tino hatte ich oft „Schießübungen“ veranstaltet. Dafür hatten wir eine Matratze umfunktioniert. Man konnte sie eigentlich gar nicht mehr als solche erkennen. Sie stand aufrecht und ihre dem Raum zugewandte Seite war mit einem Ausschnitt des Sternenhimmels bemalt. Natürlich gab es dort auch einige Schwarze Löcher, also Einschlagslöcher unserer Pfeile, die offen geblieben waren. Das Ding … 
...



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